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Sondertilgung oder anlegen – was lohnt mehr?

Du hast am Jahresende etwas Geld übrig – vielleicht 6.000 Euro. Und jetzt stehst Du vor der klassischen Frage: Ab damit in die Baufinanzierung als Sondertilgung? Oder lieber investieren und das Geld für Dich arbeiten lassen?

Eine Frage, die sich viele Eigenheimbesitzer in Köln und dem Rheinland stellen. Die Antwort ist weniger kompliziert, als Du vielleicht denkst – wenn Du die richtigen Zahlen kennst.
 

Was bringt eine Sondertilgung wirklich?

Bei einer Sondertilgung zahlst Du einen Teil Deines Darlehens außerplanmäßig zurück. Das klingt erstmal unspektakulär. Aber der Effekt ist größer, als viele denken.

Ein Beispiel: Dein Darlehen hat aktuell eine Restschuld von 417.684 Euro, Du zahlst monatlich 1.900 Euro an Darlehensrate und Dein Sollzinssatz liegt bei 3,19 %. Die Zinsbindung läuft noch 105 Monate.

Jetzt tilgst Du einmalig 6.000 Euro extra. Am Ende der Zinsbindung ist Deine Restschuld um 7.928,90 Euro niedriger – obwohl Du nur 6.000 Euro eingezahlt hast. Die echte Zinsersparnis beträgt also 1.928,90 Euro.
 
Warum? Weil der Zinseszinseffekt jetzt für Dich arbeitet: Du zahlst auf die 6.000 Euro keine Zinsen mehr, die mtl. Darlehensrate bleibt gleich – und Du sparst dadurch über die Jahre fast 2.000 Euro an Zinszahlungen.
 

Vorteil: Steuerfrei

Jetzt kommt der Punkt, den viele übersehen: Eingesparte Zinsen sind steuerfrei. Du zahlst keine Abgeltungssteuer darauf.

Aber was bedeutet das in Rendite übersetzt? Ganz einfach: Stell Dir vor, Du würdest die 6.000 Euro stattdessen anlegen. Um nach 105 Monaten auf dieselben 7.928,90 Euro zu kommen, benötigst Du eine jährliche Rendite von 3,24 %.
 
Das ist also die Netto-Rendite, die Dir die Sondertilgung garantiert liefert – steuerfrei und ohne Risiko.
 

Bei einer klassischen Geldanlage sieht das anders aus. Dort zieht das Finanzamt 26,375 % Abgeltungssteuer ab (unter der Annahme, dass Dein Freibetrag bereits verbaucht ist). Damit Du nach Steuern auf dieselben 3,24 % kommst, müsste deine Geldanlage mindestens 4,23 % brutto pro Jahr erwirtschaften.

Kann eine Alternativanlage das schaffen?

Ja, historisch gesehen schon. Ein typisches 60/40-ETF-Portfolio (60 % weltweite Aktien, 40 % deutsche Staatsanleihen) hat in den letzten zehn Jahren etwa 6,20 % pro Jahr erzielt. Nach Steuern wären das rund 4,56 % – also mehr als die Sondertilgung.

Aber: Das sind Durchschnittswerte der Vergangenheit. In einzelnen Jahren kann ein Portfolio auch mal 20 % oder mehr verlieren. Bei der Sondertilgung dagegen ist die Rendite garantiert. Keine Schwankungen, kein Risiko.
 

Liquidität: Fluch und Segen zugleich

Es gibt noch einen wichtigen Unterschied. Wenn du 6.000 Euro in eine ETF Anlage investierst, kannst Du normalerweise jederzeit über Dein Depotguthaben verfügen.

Bei der Sondertilgung ist das Geld "weg". Es steckt in Deiner Immobilie und ist erst wieder verfügbar, wenn Du verkaufst oder refinanzierst.
 
Aber genau das kann auch ein Vorteil sein. Denn: Geld, über das Du nicht verfügen kannst, kannst Du auch nicht mehr anderweitig ausgeben. Das Geld arbeitet also garantiert für Dich. Bei einer Geldanlage brauchst Du die Disziplin, das Geld wirklich liegen zu lassen – auch wenn das neue Auto lockt oder der Urlaub teurer wird als geplant.
 
Wenn Du ehrlich zu Dir bist und weißt, dass Du Geld gerne ausgibst, ist die Sondertilgung wahrscheinlich eh die bessere Wahl für Dich.
 
Wichtig: Sondertilgungen solltest Du nur mit Geld tätigen, das Du wirklich nicht an anderer Stelle benötigst könntest.
 

Was bedeutet das nun?

Es gibt keine Pauschalantwort. Aber klare Entscheidungskriterien.

Sondertilgungen passen zu Dir, wenn:
 
  • Du Wert auf Sicherheit legst
  • Du bereits über einen ausreichend großen "Notgroschen" verfügst
  • Du nachts ruhiger schläfst, wenn Deine Schulden sinken
  • Du weißt, dass Du Geld gerne mal ausgibst
 

Anlegen passt zu Dir, wenn:

  • Du mit Schwankungen leben kannst
  • Du flexibel bleiben willst
  • Du einen langen Anlagehorizont hast (10+ Jahre)
  • Du die Disziplin hast, das Geld nicht anzurühren
 
Viele Familien in Köln und dem Bergischen Land kombinieren beides: Ein Teil geht in die Sondertilgung, ein Teil in einen Sparplan. So hast Du Sicherheit und Flexibilität zugleich.
 

Du bist unsicher, was für Dich passt?

Wenn Du Dein Eigenheim im Rheinland (zum Beispiel in Köln, Leverkusen, Bergisch Gladbach, Monheim oder Langenfeld) finanziert hast und Dir die Frage stellst, ob Sondertilgungen für Dich Sinn machen, dann melde Dich gerne und wir schauen uns gemeinsam Deine Finanzierung an. 


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